Fragen zur Paartherapie
Wie läuft das Erstgespräch ab?
Für das Erstgespräch sollten Sie sich ca. 75 bis 90 Minuten Zeit
nehmen. Es ist unverbindlich, das heißt, Sie können es ohne weiteres
innerhalb der ersten halben Stunde abbrechen, ohne dass Ihnen Kosten
dafür entstehen. Es ist jedoch mehr als ein Vorgespräch, damit Sie
auch sehen können, wie wir mit Ihnen arbeiten. Nach der ersten halben
Stunde berechnen wir das normale Honorar anteilig für die restliche
Sitzungsdauer. Das Honorar für die erste Sitzung zahlen Sie in bar vor
Ort, für die weiteren Gespräche können Sie es jeweils auch
nachträglich überwiesen.
Wie lange dauert eine Paartherapie?
Die Dauer einer Therapie oder Beratung wird in der Regel allein von
dem Paar bestimmt. Es gibt keine Standardwerte, die meisten Paare kommen
jedoch mit zehn Sitzungen aus. Sie sollten auf jeden Fall nur solange
kommen, wie Sie glauben, wirklich einen Gewinn von den Gesprächen
haben.
Wie oft finden die Sitzungen im Monat statt?
Mehr als ein Gespräch pro Woche ist in der Regel nicht sinnvoll,
auch wenn akute Probleme in der Beziehung bestehen. Meistens wird mit
zwei ca. 75- bis 90-minütigen Sitzungen pro Monat begonnen und die
Abstände verlängern sich dann mit dem Fortschritt in der Therapie. So
kann man besser beurteilen, ob die Verbesserung der Beziehung auch
langfristig stabil bleibt.
Was wird in den Sitzungen überhaupt besprochen?
In der Regel bringen die Paare die problematischen Themen selbst ein.
Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin, diese so zu strukturieren,
dass die Probleme möglichst effektiv einer Lösung zugeführt werden
können. Dazu gehört auch, dass die Probleme und Ursachen im Gespräch
deutlich herausgearbeitet werden.
Wird über alle Themen ganz offen geredet, auch über Sexualität?
Es wird über alles geredet, über das Sie reden möchten und
können. Wenn Sie für das Problem relevante Themen nicht selbst
einbringen, erhalten Sie wahrscheinlich trotzdem früher oder später
ein entsprechendes Gesprächsangebot durch den Therapeuten. Dieses
können Sie aber auch ablehnen oder auf einen späteren Zeitpunkt
verschieben.
Wird in der Therapie auch auf unsere Kindheit Bezug genommen?
Sie selbst bestimmen, wie tief die Therapie gehen soll. Nach meiner
Erfahrung ist es außerordentlich hilfreich für die Entwicklung der
Partnerschaft, die Probleme auch in diesem Bezugsrahmen zu sehen. Ein
großer Teil unseres Bindungsverhaltens ist im Austausch mit unseren
ersten Bezugspersonen entstanden. Viele Reaktionstendenzen,
bringen wir aus unserer Herkunftsfamilie mit, erworben durch unsere
Erfahrungen im Geschwistersystem, durch Identifikation mit einem
Elternteil oder durch Beobachtung der Paarbeziehung unserer Eltern. Ohne
bewusste Auseinandersetzung damit können diese Vorbelastungen
unkontrolliert in der Partnerschaft wirksam werden.
Mein Partner möchte nicht mitgehen, kann ich auch allein kommen?
Grundsätzlich ja, aber man sollte sich bewusst sein, dass
Beziehungsprobleme in der Regel nur in der Beziehung lösbar sind.
Einzelgespräche sollten sich daher auf eine vorläufige Klärung der
eigenen Gefühle und Interessen beschränken und von kurzer Dauer sein.
Partner lassen sich erfahrungsgemäß im Nachhinein nicht mehr so leicht
motivieren zu einem Therapeuten mitzugehen, zu dem der andere Partner
bereits ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, da sie dann dessen
Parteilichkeit befürchten.
Eigentlich möchte ich mich gern von meinem Partner trennen, kann ich
das vorher im Einzelgespräch klären?
Ja, Sie können natürlich mit mir vorher im Einzelgespräch klären,
ob für Paargespräche noch genügend Motivation bei Ihnen vorhanden
ist.
Wie können wir die Zeit zwischen den Sitzungen optimal für unsere
Partnerschaft nutzen?
In jeder Stunde bekommen Sie Aufgaben mit nach Hause, seien es
Fragebögen, mit denen Sie sich auf das nächste Gespräch einstimmen
können, seien es Paar- oder Einzelübungen oder konkrete
Verhaltensverschreibungen. Ziel dieser Aufgaben ist es, Ihnen die
Gelegenheit zu geben, selbständig und unabhängig von den Sitzungen
möglichst schnell Fortschritte zu erzielen.
Können Selbsthilfebücher die Therapie unterstützen?
Auf dem Buchmarkt ist ein mittlerweile unüberschaubares Angebot an
Büchern vorhanden, die den Anspruch erheben, Paare über Krisen
hinwegzuhelfen. Diese Bücher unterscheiden sich erheblich hinsichtlich
der Qualität und der verfolgten Ziele und Strategien.
Einige dieser Bücher sollten unbedingt gelesen werden, weil sie
Gesprächsanlässe in der Partnerschaft bieten, wenn sie zusammen
gelesen werden, oder wenn man zumindest mit dem Partner über die
ausgelösten Gefühle und Gedanken spricht. Eine spezifische Therapie
können sie aber nicht ersetzen.
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