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Regeln
Hintergrund
- Ein Paarproblem ist wie eine große Person, die im Kino vor Ihnen sitzt:
es nimmt einem die Sicht auf das Wesentliche!
- Ungelöste Konflikte in der Partnerschaft nehmen beide Partner oft so
in Beschlag, dass sie verlernen, das Positive zu suchen und zu vermehren.
- Desinteresse des Partners ist eine der häufigsten Klagen sowohl von
Männern als auch von Frauen.
- Fragen führt zu neuen Informationen und Sichtweisen, und löst mehr
Probleme als Diskutieren.
Entwicklung
- Verhaltenstherapeutische Kommunikationsübungen basieren auf der
Idee, dass Paare Lerndefizite haben.
- Paare sind nach unserer Beobachtung kommunikationsfähig, wenn
folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Es ist Zeit vorhanden (Entspannung).
- Es wird zugehört (Interview-Regeln).
- Es wird im Erleben ein Selbstbezug hergestellt.
- Es geht um Wirklichkeiten, statt um Wahrheit.
- Entwicklung von systemischen Karten in der Praxis
Interviewkarten
- Jeweils etwa 60 Karten (DinA6) zu den Themen
- Partnerschaft (DyadePartnerinterview I)
- Sexualität (DyadePartnerinterview II)
- für 15 bis 30-minütige Paargespräche über einen längeren Zeitraum
- Partnerschaft: „Woran erkennst Du, dass Dir etwas in der Beziehung fehlt? “
- Sexualität: „Welche Vorstellungen hattest Du früher einmal über Sexualität,
die Du heute für unangemessen hältst? “
Rahmenbedingungen
- Wechselnder Interviewer
- Nicht mehr als ein Interview täglich
- Zwei bis vier Interviews pro Woche
- Zeit vorher absprechen und reservieren
- Störungsquellen eliminieren
- Karte blind aus dem gemischten Stapel ziehen
- Bereits genutzte Karten separat ablegen
Grundregeln
- Der Interviewer darf nur Fragen stellen.
- Der Interviewte darf nur Fragen beantworten.
- Das Gesagte darf mindestens drei Tage lang nicht kommentiert werden.
- Es darf geschwiegen und nachgedacht werden.
Interviewer-Regeln
- Keine rhetorischen, geschlossenen, oder suggestiven Fragen
- Keine versteckten Kommentierungen in den Fragen
- Jede Anschlussfrage muss vertiefend daran anknüpfen, was
der Andere gesagt hat.
Interviewten-Regeln
- Selbstreflexion
- Keine Hypothesen über den Anderen
- Keine persönliche Bewertung des Anderen
Offene Fragen
Geschlossene Fragen sind Fragen, deren Antwort aus einer begrenzten
Menge von Antwortmöglichkeiten ausgewählt werden müssen
Offene Fragen sind Fragen, deren Antwort aus einer unbegrenzten Menge stammt
Selbstreflexion
Die Aufgabe des Interviewten besteht darin, den Selbstbezug in seinen Aussagen
langfristig zu erhöhen,
- Selbstoffenbarung (Ich-Bezug)
- Selbstwirksamkeit (Eigenanteil in Prozessen)
- Selbsterkenntnis (Selbst-Hypothesen)
und Appelle, Bewertungen sowie die
Bildung von Hypothesen über den Partner weitgehend zu unterlassen (Du-Botschaften).
- keine Kritik
- keine Forderungen
- keine Abwertungen
Emotionale Kommunikation
Paargespräche in gefährdeten Partnerschaften tendieren zur
Verflachung der Kommunikation
- Rationalisierungen, Rechtfertigungen
- Ablenkungsmanöver, Schweigen
Psychisches Erleben spielt sich auf drei Ebenen ab:
- Kognitiv (gedanklich)
- Emotional (gefühlsmäßig)
- Physiologisch (körperlich)
Ziel des Partnerinterviews ist es, intuitive Regulationsmöglichkeiten durch
Feedback auf der physiologisch-emotionalen Ebene zu schaffen.
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